Startseite

Ihr Reiseführer für Ibiza

Totenstadt Puig des Molins

 

Vorgeschichtliche Grabhöhlen im Dämmerlicht


Als eine der größten Begräbnisstätten liegt Puig des Molins, zum Weltkulturerbe der UNESCO erklärt, westlich der Altstadt von Ibiza-Stadt am Hügel der Windmühlen. Einst standen hier zahlreiche Windmühlen, die seit dem 15. Jahrhundert noch bis ins 20. Jahrhundert in Betrieb waren und Getreide zu Mehl verarbeiteten. Nur die Molí d'es Porxet zeigt heute noch ihre Flügel und einige Mühlenhäuschen erinnern den Betrachter auch noch daran.

Ganze 3500 bis 4000 recht gut erhaltene Grabkammern und Sarkophage wurden in der Totenstadt, der Nekropole entdeckt und bilden einen archäologisch äußerst interessanten Fund, aus dem Grabbeigaben und Kultgegenstände im angrenzenden Museu Monografic des Puig des Molins ausgestellt werden. Weitere Fundstücke sind im archäologischen Museum nahe der Kathedrale Nostra Senyora de las Neus beherbergt.

 



Puig de Molins ist ein aufsteigend am Hang gelegenes riesiges Gräberfeld und zeugt in einzigartiger Weise von der phönizischen und römischen Kultur und damit auch von der einstigen Bedeutung der Inseln im westlichen Mittelmeer. Seine gesamte Fläche beläuft sich auf 50.000 Quadratmeter, angelegt in unterirdischen Gänge und Grabanlagen.

Die Necròpolis Puig des Molins bietet dem Besucher auch das schaurigschöne Vergnügen, in die Unterwelt abzusteigen, um dort nachgestellte Skelette im gespenstisch wirkenden Dämmerlicht zu begutachten. Wer es weniger schaurig mag, dem bieten sich oberirdisch in frischer Luft die Reste einer Totenstadt, die ab dem 7. Jahrhundert vor Christus von den Phöniziern ab dem 5. Jahrhundert vor Christus von den Puniern genutzt wurde.

 

Damals bestattete man die Verstorbenen in tiefen Felsschächten oder Felskammern. Mehrere Tausend solcher Gräber haben die Historiker hier vorgefunden, als zu Beginn des 20. Jahrhunderts mit den Ausgrabungen begonnen wurde. Nicht zu betretende Höhleneingänge und Steinreste liegen an einem 300 Meter langen Rundgang.

 

Die unterirdischen Gewölbe, die Maultier-Hypogäen, sind allerdings zu betreten. Ihren Namen erhielten sie von einem Maultier, welches in den Schacht einbrach, wodurch die Höhlen wiederentdeckt wurden. Steile fünfzehn Stufen sind hinabzusteigen in die Gruft, die sich dort in den Tiefen in viele kleine Höhlen verzweigt. Für den Besucher ist dieser Abstieg ein Muss.

 



Die bedeutende Nekropole Puig des Molins ist gratis auf eigene Faust zu besichtigen und man erreicht sie gut über die Via Romana. Dort befindet sich auch das Museu Monografic des Puig des Molins, in dem die wertvollen Grabbeigaben und weitere Fundstücke ausgestellt sind.

 

Das Museum zeigt nicht nur die Funde aus den Grabstätten der Karthager, es hat auch einen großen Teil der Keramikarbeiten aus der Höhle von Es Cuieram, eine der wichtigsten Kultstätten der Karthager, im Norden von Ibiza zu bestaunen. Derzeit ist das Museum allerdings im Umbau und niemand weiß so recht, wann es wieder seine Pforten öffnen wird, um seine wertvollen archäologischen Fundstücke, wie Geschirr und Amulette oder auch die Figur der Göttin Tanit dem Besucher darzubieten.

 

 




© Ibiza Reiseführer - Die magische Insel! | IR1 | IR2 | IR3